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Künstliche Inseln für die Seeschwalben

 

Komiteeprojekt zum Schutz des gefährdeten Vogels in Brandenburg

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Gefährdete Schönheit: Die Trauerseeschwalbe
Trauerseeschwalben haben hohe Ansprüche an ihren Brutlatz: Es muß ein ungestörtes Gewässer sein, nicht zu flach und nicht zu tief, sonnig gelegen, ohne Strömung und vor allem muß es eines haben: Reichlich Wasserpflanzen. Denn die schwarzen Schönheiten bauen ihr Nest auf abgestorbenen Pflanzenteilen, die an der Wasseroberfläche treiben. Diese Vorliebe für heutzutage derart seltene Biotope hat die Trauerseeschwalbe an den Rand der Ausrottung gebracht. In der Norddeutschen Tiefebene brüten heute noch etwa 1.000 bis 1.300 Paare, in den letzten dreißig Jahren hat ihr Bestand in Deutschland um mehr als 50 % abgenommen.

Auch der europäische Vergleich ist ein wahres Trauerspiel: In allen west- und südeuropäischen Ländern nimmt die Trauerseeschwalbe deutlich ab, lediglich bei unseren osteuropäischen Nachbarn bleiben die Bestände (noch) stabil. Aber auch hier sind die großen noch verbliebenen Naturlandschaften von der Intensivierung der Landwirtschaft, von Straßenbau und Flurbereinigung bedroht.
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80 Nistinseln wurden im Bereich der Havel ausgebracht

Um den gefährdeten Vogel zu unterstützen, hat das Komitee gegen den Vogelmord im Naturschutzgebiet "Pritzerber See" - einem Havelsee nordwestlich der Stadt Brandenburg - eine Kolonie mit künstlichen Nisthilfen angelegt.
Im Frühling 2007 wurden mittels Einsatzes eines Schlauchbootes 30 kleine Flöße aus Schilf und Draht ausgebracht. Im Spätwinter 2008 kamen 60 weitere Inseln dazu - diesmal in der Havel selbst und in einem Altarm der Elbe in Sachsen-Anhalt. Die leichtgewichtigen Inselchen wurden mit langen Schnüren, die Wasserstandsschwankungen nach Regenfällen ausgleichen können, am Seeboden verankert. Für das Winterhalbjahr werden die Brutflöße abgebaut, damit sie nicht durch Hochwasser gefährdet werden.

Die im Mai aus ihren afrikanischen Winterquartieren zurückgekehrten Trauerseeschwalben haben die neuen Nistgelegenheiten sofort angenommen - im Sommer 2009 haben 36 Brutpaare 32 Jungtiere auf unseren Nistinseln aufgezogen. Auf einem Teil der kleinen Flöße brüteten Lachmöwen (30 Paare in 2009).

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Komiteemitarbeiter installiert Nistinsel

Im Frühsommer 2010 waren mit 63 Nistinseln so viele wie noch nie besetzt!


Die "Komitee-Seeschwalbenkolonie" liegt direkt am Rande des europaweit einzigartigen Havel-Renaturierungsprojektes. Zwischen Pritzerbe und der Mündung der Havel in die Elbe werden in den nächsten Jahren 18.700 Hektar Auenlandschaft wieder in einen natürlichen Zustand versetzt. Dabei werden auch zahlreiche Alt- und Totarme der Havel wiederhergestellt, in denen die Trauerseeschwalben zukünftig wohl auch wieder natürliche Brutplätze finden werden.
Bis es soweit ist, wird das Komitee gegen den Vogelmord die Kolonie am Prizerber See weiter ausbauen - eine Ausweitung des Projektes in das sachsen-anhaltinische Elbtal bei Tangermünde ist ebenfalls geplant.

Das Projekt wird ausschließlich über Spenden finanziert - wir erhalten keine öffentlichen Mittel für unsere Aktion zum Schutz der Trauerseeschwalben.

 

 
 
 
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ÖKO-TEST November 2002 * Öko-Spenden * 'Zwischen Biotop und Sumpf'
 
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